Herbstgedichte - Kastanien - Früchte - jung

Wann beginnt der Herbst? Herbstgedichte – Sprüche und Gedichte zum Herbst

 

Ja, der Herbst. Unweigerlich zieht uns diese Jahreszeit in ihren Bann. Man kann seinem Einfluss nicht entgehen. Und gemeinsam mit verwelkenden Blättern und den aufs Autodach prasselnden Kastanien, zieht die grauslige Jahreszeit vor allem in eine Richtung: abwärts – und mit Volldampf hinein in die Herbstdepression, die erst wieder Anfang Dezember mit dem Vorweihnachtsgeschäft ihr Ende findet.

Aber wann fängt er eigentlich an, der Herbst? Am 22. September, dem kalendarischen Herbstanfang womöglich? Oder gar am 1. September, dem meteorologischen Datum für den Beginn der regnerischen Jahreszeit? Weit gefehlt! Der Herbst fängt an, wenn diese Pflanzen zu blühen beginnen, übrigens in gelb:

Ist es schon wieder Herbst?
Ist es schon wieder Herbst?

Mancher wird jetzt einwenden, dass das doch schon im Juli wäre. Richtig. Denn genau da beginnt der Herbst. Wer aufgepasst hat, hat es bemerkt. Schon seit Juli werden die Tage deutlich kürzer. Abends muss man hin und wieder schon das Licht einschalten. Man hat allmählich keine Lust mehr den Grill aufzubauen und die ersten Sommerurlauber kommen aus ihren Feriendomizilen zurück. Ja, und gerade erst vor kurzem hat es einen Tag lang geregnet. Und Oma musste abends die Strickjacke anziehen. Ein untrügliches Zeichen! Der Herbst ist da und mit ihm im Gefolge kommt der Winter….

Dabei hat der Herbst auch Erfreuliches zu bieten. Es regnet endlich wieder häufiger und das kommt vor allem einem zu Gute:
>>> Dem passionierten Pilzesammler, also mir.

   

Und deshalb mag ich ihn, den Herbst.

Genug Einleitungsgeschwafel.  Fangen wir an mit den Sprüchen und Gedichten zum Herbst:

Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Die ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewusst bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

(Wilhelm Busch)

Die Vogelscheuche

Die Raben rufen: „Krah, krah, krah!
Wer steht denn da, wer steht denn da?
Wir fürchten uns nicht, wir fürchten uns nicht
vor dir mit deinem Brillengesicht.
Wir wissen ja ganz genau,
du bist nicht Mann, du bist nicht Frau.
Du kannst ja nicht zwei Schritte gehn
und bleibst bei Wind und Wetter stehn.
Du bist ja nur ein blosser Stock,
mit Stiefeln, Hosen, Hut und Rock.
Krah, krah, krah!“

(Christian Morgenstern)

In trauter Verborgenheit

Ade, ihr Sommertage,
Wie seid ihr so schnell enteilt,
Gar mancherlei Lust und Plage
Habt ihr uns zugeteilt.

Wohl war es ein Entzücken,
Zu wandeln im Sonnenschein,
Nur die verflixten Mücken
Mischten sich immer darein.

Und wenn wir auf Waldeswegen
Dem Sange der Vögel gelauscht,
Dann kam natürlich ein Regen
Auf uns hernieder gerauscht.

Die lustigen Sänger haben
Nach Süden sich aufgemacht,
Bei Tage krächzen die Raben,
Die Käuze schreien bei Nacht.

Was ist das für ein Gesause!
Es stürmt bereits und schneit.
Da bleiben wir zwei zu Hause
In trauter Verborgenheit.

Kein Wetter kann uns verdriessen.
Mein Liebchen, ich und du,
Wir halten uns warm und schliessen
Hübsch feste die Türen zu.

(Wilhelm Busch)

Winter
Wenn die Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten zu zerdrücken,
von selber sterben – so glaubt mir:
es steht der Winter vor der Tür!

Ich lass ihn stehen! Ich spiel ihm einen Possen!
Ich hab die Tür verriegelt und gut abgeschlossen!
Er kann nicht ‚rein! Ich hab ihn angeschmiert!
Nun steht der Winter vor der Tür – und friert!
Heinz Erhardt 

Der Herbst ist der Frühling des Winters.
Henri de Toulouse-Lautrec

>>> Sprüche und Gedichte zum Reisen gibt es hier.

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