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Mein Weg durch Himmel und Höllen – Alexandra David-Néel

In ihrem Buch „Mein Weg durch Himmel und Höllen“ beschreibt Alexandra David Néel ihre Erlebnisse während einer Reise durch  Tibet.

1868 in der Nähe von Paris geboren, hat Alexandra David-Néel zu diesem Zeitpunkt Tibet besucht und dort auch mehrere Jahre in einem Kloster verbracht, um auf diese Art Studien zum Buddhismus zu betreiben.

Der Weg nach Lhasa aber, war ihr bisher verschlossen geblieben. Nachdem die Französin 1916 von der britischen Kolonialregierung in Indien des Landes verwiesen worden war, beschloss sie sich auf einer anderen Route nach Lhasa begeben.

Anstatt von Süden, von Indien aus den Himalaja zu überqueren reist sie nach Kumbum in Westchina, um den Weg von Nord-Osten her in Angriff zu nehmen.

Ab 1918 verbringt sie dort in der Klosterstadt Kumbum die nächsten 3 Jahre mit Studien. Im Februar 1921 ist es dann soweit. Die mittlerweile 57-jährige macht sich gemeinsam mit ihrem Adoptivsohn, dem Lama Yongden auf den Weg um die verbotene Stadt zu erreichen.

Alexandria_David-Neel in Lhasa (Quelle Wikipedia)

 

Mein Weg durch Himmel und Höllen

Als arme Pilger verkleidet überschreiten die beiden die chinesische Grenze und durchwandern das Hochland von Tibet. Nach außen hin geben sie sich als mittellos aus.

Der Weg führt über winterlich verschneite Pässe des Hochgebirges, durch trockene Täler und wieder hinauf in die Berge.
Ständig befürchtet Alexandra David-Néel, dass man sie als Ausländerin erkennen könnte. Deshalb reibt sie sich Gesicht und Hände mit Asche und Dreck ein und fällt so nach eigenen Worten am wenigsten auf unter den ihnen begegnenden Tibetern, für die Sauberkeit und Hygiene eher befremdlich wirken würden.
Den Lebensunterhalt bestreiten die beiden durch Betteln, wie man das von einem Pilger auch erwartet. Unterkunft finden sie manchmal in einer der ärmlichen Hütten, die sie auf ihrem Weg antreffen.
In „Mein Weg durch Himmel und Höllen“ zeichnet Alexandra David-Néel  ein sehr genaues Bild der Lebensumstände in Tibet zu dieser Zeit. Ein Bild übrigens, das nur wenig mit dem Bild, das wir uns heute von Tibet machen, gemein hat.

Der Vorgänger des jetzigen Dalai Lama lebt zu dieser Zeit noch und residiert in Lhasa, quasi als Priesterkönig. Die bettelarme Bevölkerung, die oft genug von der Hand in den Mund leben muss, stöhnt unter den von Lhasa geforderten Steuern und Abgaben. Inoffiziell aber wird Tibet von britischen Beamten regiert, die indirekt für diese Ausbeutung verantwortlich sind und den Tibetern für die eingenommenen Gelder vorsintflutliche Waffen verkaufen.
Teilweise gibt es Aufstände und viele Tibeter erinnern sich gerne an die Zeit, als Tibet noch von China beherrscht wurde.

Die Lebensumstände der Landbevölkerung sind in höchstem Maße primitiv. Oft lebt eine ganze Familie gemeinsam mit dem Vieh, in einer aus nur einem Raum bestehenden primitiven Hütte, deren größter Luxus ein Feuerstelle ist.

Für die beiden Pilger ist es von Vorteil, dass Yonden dem Orden der Rotkappen angehört. Die ungebildeten und in gleichem Maße abergläubischen Tibeter sind gerne bereit Lebensmittel und manchmal sogar kleine Geldstücke für Prophezeiungen und ähnlichen Hokuspokus herzugeben.

Auch mit Räuberbanden machen die Wanderer Bekanntschaft, kommen aber ohne Probleme davon.

Nach einer vier Monate andauernden Wanderung erreichen David-Néel und Yongden schließlich ihr Ziel: Lhasa.
Dort in der Hauptstadt Tibets halten sich die beiden weitere 2 Monate lang auf. Für den Rückweg nimmt Alexandra David-Néel schließlich die kürzeste Route, die sie direkt nach Indien führt. Damit endet „Mein Weg durch Himmel und Höllen“.

Das Buch ist ist in jedem Fall zu empfehlen, handelt es sich doch hier um einen Meilenstein der Entdeckungsgeschichte und gleichzeitig um eine Dokumentation einer wagemutigen Frau, die entgegen der Konventionen ihrer Zeit handelnd nur das getan hat was sie richtig fand.

Als Alexandra David-Néel 1969 in Frankreich starb, war sie 101 Jahre alt.

Weiterführendes:

Über das Kloster Kumbum

Über Alexandra David-Néel bei „Frau auf Reisen“

Das Buch erschien 1927 im Original in Frankreich. Mir vorliegend ist eine Ausgabe des Fischer-Verlages aus dem Jahr 2012. „Mein Weg durch Himmel und Höllen“  wurde von Ada Ditzen aus dem französischen übersetzt und enthält eine Einführung von Thomas Wartmann.

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