Joseph Conrad - Herz der Finsternis

Herz der Finsternis – Joseph Conrad

Ich glaube es regnet jetzt seit 6 Monaten. Ohne Unterbrechung. Wann die Temperaturen das letzte mal die 10 Grad-Marke überschritten haben, habe ich vergessen…alles in allem ist das die Gelegenheit mir das Buch „Herz der Finsternis“ von Joseph Conrad vorzunehmen.
Denn dieses kleine Büchlein spielt nirgends anders, als im feucht-heißen, vom Licht durchfluteten Herzen Afrikas. Am Kongo.

Im Herz der Finsternis!

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Marlow, ein britischer Seemann, erzählt diese Geschichte, die um 1880 herum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts anzusiedeln ist. Während das Schiff auf dem er sich befindet auf das Einsetzen der Flut wartet, um von England aus die Themse hinab in See zu stechen, unterhält Marlow die mitfahrenden Passagiere und Besatzung mit seiner Erzählung:

Von einer belgischen Handelsgesellschaft angeheuert, reist Marlow nach Afrika an den Kongo, um dort das Kommando über ein kleines Dampfschiff zu übernehmen.

Dort angekommen muss er feststellen, dass das Schiff leck geschlagen und auf Grund gelaufen ist. Dadurch ist die Verbindung zu einem am Oberlauf des Flusses liegenden Handelsposten und dem dort lebenden Leiter der Niederlassung, Herrn Kurtz, abgebrochen.

Als nach Monaten das Schiff endlich wieder flott ist, bricht Marlow auf, um den Verschollenen aufzusuchen und stößt dabei auf eine menschliche Tragödie. Oder um es mit den letzten Worten des sterbenden Herrn Kurtz zu sagen:

“ Das Grauen, das Grauen..“

Jopseph Conrad wurde 1857 in Polen geboren. Mit 16 Jahren reiste er nach Marseille und heuerte auf einem französischen Schiff an. Nach 20 Jahren Seefahrt siedelte er sich schließlich in England an und erhielt dort die britische Staatsbürgerschaft.

„Herz der Finsternis“ trägt unzweifelhaft autobiographische Züge, denn Conrad selbst hatte eine Zeitlang das Kommando über einen britischen Flussdampfer auf dem Kongo, wo er schließlich an einem tropischen Fieber erkrankte. Schonungslos verarbeitet Conrad in dem Buch „Herz der Finsternis“ die Zustände, die er in Afrika vermutlich selber angetroffen hat.

Unter dem Schutz der belgischen Kolonialmacht, beutet die Handelsgesellschaft das Land aus. Rassismus ist an der Tagesordnung. Afrikaner sind nur Menschen zweiter oder gar dritter Klasse. Brutale Behandlung der Schwarzen zieht keinerlei Konsequenzen nach sich.

Die Europäer vor Ort, die sich vor allem auf ihre Arroganz stützen, sind nur ein Haufen zerlumpter Barbaren. Sie werden von Conrad in seinem Buch als „die Pilger“ bezeichnet und als Menschen ohne Gesicht und Persönlichkeit beschrieben. Im Grunde befinden sie sich in einem Vorstadium des Wahnsinns und geistiger Umnachtung, dessen Höhepunkt er mit dem Treffen auf Herrn Kurtz beschreibt.
Wahrhaftig eine Reise hinein ins „Herz der Finsternis“.

Inspirierend wirkte das Buch vor allem auf Frank Coppolas Film „Apocalypse Now“, der die Geschichte kurzerhand in die Landschaft und Zeit des Vietnamkrieges versetzte.

Aber auch  zu Werner Herzog’s Film „Aguirre, der Zorn Gottes“ mit Klaus Kinski gibt es Parallelen. In diesem Film werden Verfall und zunehmenden Wahnsinn unter dem Einfluss einer tropischen Flussfahrt geschildert.

In meinem Artikel über das Buch „Ganz allein zum Amazonas“ von Hans Rittlinger hatte ich den Film ja ebenfalls schon einmal erwähnt.

Das Buch „Herz der Finsternis – Heart of Darkness“ wurde unter anderem 1993 unter dem Originaltitel „Heart of Darkness“ (deutscher Titel „Herz in der Finsternis“) von Nicolas Roeg mit Tim Roth, John Malkovich und Iman Abdulmajid in den Hauptrollen verfilmt.

Kaufen kann man das Buch „Herz der Finsternis„, das übrigens nur etwa 180 Seiten umfasst, natürlich bei Amazon:

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4 Gedanken zu „Herz der Finsternis – Joseph Conrad“

  1. Zu dem Thema gibt s auch noch ein andere gutes Buch von Arthur Conan Doyle, dem Erfinder des Sherlock Holmes: „Das Congoverbrechen“ wo auch beschrieben wird wie rücksichtslos der weisse Mann, hier die Belgier, ein afrikanisches Land ausbeutet.

  2. Ich möchte Sie auf einen Fehler aufmerksam machen. Die Handelsgesellschaft ist mitnichten eine britische, sondern eine belgische Handelsgesellschaft. Die Geschichte spielt im Kongo-Freistaat, der Leopold II., König von Belgien, gehörte. Zumal das Büro der Gesellschaft auf dem Festland ist und nicht in Großbritanien.

    Vgl: HOCHSCHILD, Adam: Schatten über dem Kongo. Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen, Stuttgart 2000.

    STANLEY, Tim: „Belgium’s Heart of Darkness“, in: History Today 62/10 (2012), S. 49.

    1. Stimmt, da habe ich mich von Marlows Aussage, gerade in London angekommen zu sein, aufs Glatteis führen lassen. Später erwähnt er ja auch, dass er „den Kanal“ überquert, um sich seinen Arbeitgebern vorzustellen. Ich werde das gleich korrigieren und Danke für den Hinweis!

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